Das iranische Ministerium für Nachrichtenwesen hat am Freitag, den 2. Februar 2024, erklärt, Dutzende Spionen des israelischen Nachrichten- und Sicherheitsdienstes Mossad enttarnt zu haben. Die Behörde, die einer der mehreren Geheimdienste der Islamischen Republik ist, gab in einer Pressemitteilung an, im Rahmen eines „kombinierten Projekts Dutzende von Spionen und terroristischen Elementen, die mit dem rassistischen zionistischen Regime in 28 Ländern weltweit und auf den drei Kontinenten Asien, Afrika und Europa in Verbindung stehen“, identifiziert zu haben. Weiter hieß es in der Erklärung: „Einige Spione in Teheran und in mehreren Provinzen des Landes wurden ebenfalls identifiziert und rechtlich verfolgt oder stehen unter Sicherheitsüberwachung.“
Zuvor waren vier kurdische politische Gefangene – Mohsen Mazloum, Pejman Fatehi, Vafa Azarbar und Hazhir Faramarzi – wegen angeblicher „Kollaboration mit dem Mossad und des Versuchs, Sabotage in einem Industrieunternehmen zu begehen“ hingerichtet worden. Die Familien der Hingerichteten ebenso wie mehrere Menschenrechtsorganisationen bestreiten diese Anschuldigungen.
Es hat in der Islamischen Republik eine lange Tradition, politische Oppositionelle und Kritiker*innen zu beschuldigen, mit ausländischen Staaten zusammenzuarbeiten und Spionage zu betreiben. Diesbezügliche Gerichtsverfahren werden in der Regel ohne Anwesenheit eines Anwalts und hinter verschlossenen Türen verhandelt, die Angeklagten werden dabei oft des fairen Rechtswegs beraubt.
In der Mitteilung des Ministeriums für Nachrichtenwesen heißt es auch: „Die Informationen über ausländische Spione, die in Ländern aktiv sind, zu denen die Islamische Republik Iran effektive Informationsaustauschbeziehungen hat, wurden diesen Ländern zur Verfügung gestellt. Die dortigen Sicherheitsdienste haben die Spione nach angemessenen Maßnahmen und der Bestätigung der bereitgestellten Informationen entsprechend ihrer Anti-Intelligence-Strategien festgenommen.“
Gleichzeitig berichtete die iranische Nachrichtenagentur IRNA unter Berufung auf die türkische Nachrichtenagentur Anadolu, dass die Nachrichtendienste der Türkei sieben Personen festgenommen hätten, die in Istanbul und Izmir des „Verkaufs von Informationen an den Mossad“ beschuldigt würden.
Zweitveröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Iran-journal
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